Der trnd Projektblog: Hier gibt’s die aktuellen Projektnews und Diskussionen rund um das trnd-Projekt mit dem Philips Teezubereiter.

Philips Teezubereiter

18.11.11 - 12:06 Uhr

von: trinidi

Legenden und Mythen rund um Tee.

Um die Erfindung des Tees als Getränk ranken sich Sagen und Geschichten, die bis ins dritte Jahrtausend vor Christus zurück reichen.

Eine davon besagt, dass der chinesische Kaiser Shennong durch einen glücklichen Zufall vor 5.000 Jahren in den Genuss seiner ersten Tasse Tee gelangte.

Blätter der Teepflanze.
Eine sanfte Brise wehte die Teeblätter zufällig in des Kaisers Wasserkessel.

Der weise Kaiser Shennong, dem auch nachgesagt wird Heilkunst und Medizin erfunden zu haben, riet seinen Landsleuten ihr Wasser vor dem Trinken abzukochen. So wären sie vor vielen Krankheiten geschützt. An einem heißen Tag ruhte Shennong im Schatten eines Strauches und war gerade dabei, sein eigenes Wasser in einem offenen Kessel abzukochen.

Plötzlich kam eine kühle Brise auf und wirbelte einige der Blätter des Strauchs in den Kessel. Das Wasser im Kessel verfärbte sich und verströmte einen so angenehmen Duft, dass der Kaiser es kosten musste. Somit war der Tee erfunden und verbreitet seit diesem Zufallstag sein Aroma über die ganze Welt.

Ob Kaiser Shennong je geahnt hat, dass es 5.000 Jahre später ein Gerät wie den Philips Teezubereiter geben würde? :-)

@all: Kennt Ihr noch weitere Geschichten rund um das Thema Tee und dessen Zubereitung?

Diskussion

Meinungen der trnd-Partner

  • 19.11.11 - 17:05 Uhr

    von: ladymaya123

    Eine weitere Legende ist japanischer Herkunft.

    Bodhidarma, buddhistischer Mönch und dritter Sohn des indischen Königs Kaisawo, soll ca. 519 n. Chr. mehrere Jahre vor einer Felswand in den Nächten meditiert haben. Als ihn eines Nachts schließlich die Müdigkeit überkam, war der so zornig über seine Schwäche geworden, dass er sich beide Augenlider abriss und fortwarf. Dort schlugen die Lider bis zum nächsten Morgen Wurzeln, und es wuchsen zwei immergrüne Teesträucher. Bodhidarma probierte davon, und fühlte sich wachsamer und gestärkt, so dass er dem Schlaf besser widerstehen konnte. Das Schriftzeichen “Cha” gilt in Japan nach wie vor für Tee und das Augenlid.

    801 n. Chr. sollen die buddhistischen Mönche Saicho -Begründer der Tendaisekte- und Kukai die ersten Teesamen von China nach Japan geschmuggelt haben. Saicho pflanzte 805 n. Chr. den mitgebrachten Tee in Sakamato, in der Nähe von Kyoto, an. Der Tee erfuhr einen erneuten Aufschwung durch den Priester Eisai, Begründer der Zensekte in Japan, als dieser 1168 ebenfalls Teesamen aus China mitbrachte und in der Nähe von Fukuoaka in Kyushu anbaute. Die heutigen Plantagen von Uji gehen auf seine mitgebrachten Samen zurück.

    Der buddhistische Staatspriester Muso Kokushi soll im die Regeln für die bekannte japanische Teezeremonie, -”Chanoyu” (=heisses Teewasser) genannt- festgelegt haben, der als Begründer der Teezeremonie gilt. 1564 n. Chr. wurden die Regeln vom berühmten Teemeister Rikyu festgehalten. Er schrieb sie an die Wand des Warteraums des ersten japanischen Teehauses in Higashiyama bei Kyoto.

    Die Teezeremonie geht auf die Zen-Mönche zurück. Man meditierte vor einem Buddha-Bild und trank gemeinsam aus einer Schale Tee, als Weg zur Selbsterkenntnis (”Teeweg”). Mentale Vorausetzungen für die Zeremonie sind Reinheit des Geistes, Ehrfurcht und innere Harmonie. Das Teehaus (sukiya) ist schlicht gehalten, die Bewegungen der Anwesenden sind ebenso sparsam, aber fließend und effektiv, und sind nach vorgeschriebenen Abläufen ausgerichtet. Die Zeremonie kann bis zu vier Stunden oder länger dauern und hat das Ziel, den Geist von allem, was ihn beschwert, freizumachen.

    Tee in Europa

    Den ersten Tee aus China importierten die Holländer nach Amsterdam (offenbar daher auch der Begriff “Orange”, abgeleitet von “Oranje”) 1610. Der Begriff Tee stammt aus dem Chinesischen “Tai” und wurde von den Europäern übernommen. Den Tee, der über Karawanen über die Seidenstrasse von China nach Russland exportiert wurde, bezeichnete man hingegen mit “cha”. Von Holland aus erfuhr der Tee rasch Verbreitung nach Deutschland und Frankreich. 1669 stiegen die Engländer in das Teegeschäft ein und liefen über die “East India Company”, einem damaligen Tee-Monopol, das bis 1833 Bestand hatte. Der aus China importierte Tee folgte strengen Ausfuhrgesetzen; so musste die Ware in Silbermünzen bar bezahlt werden. Man begann, Opium gegen Tee einzutauschen, was zum Opiumkrieg (1839-1842) führte, nachdem die chinesische Regierung die Einfuhr des englischen Opiums stoppen wollte. In diesem Krieg ging Hongkong in den Besitz der Engländer über. England verfügte nun über Kolonien (Indien, Ceylon, Afrika), in denen man erfolgreich Tee anbaute. Das Wissen um die Fermentierung des Tees, der aus dem chinesischen grünen Tee den in Europa beliebten schwarzen Tee machte, erwarb man sich durch Einschleusen eines englischen Botanikers, der dem Geheimnis der Fermentierung auf die Spur kommen sollte. Dies führte zu einer weitgehenden Unabhängigkeit der Teeproduktion Chinas und zu einem massivem Aufbau von Teeplantagen in den britischen Kolonien. Es wurde fast ausschließlich schwarzer Tee angebaut, den man in Europa vorzog.

  • 19.11.11 - 17:08 Uhr

    von: ladymaya123

    Fortsetzung

    Aber auch auf dem Landweg wurde Tee transportiert. Teekarawanen transportierten Tee von China aus quer durch die Mongolei und Sibirien bis nach Russland. Der russische Karawanentee galt als qualitativ besser, da er, im Gegensatz zu Tee, der auf dem Seeweg transportiert wurde, nicht der feuchten Seeluft und dumpfen Schiffslagerräumen ausgesetzt war.

    Von England und der englischen Aristrokatie ausgehend wurde Tee in Europa bald ein begehrtes Handelsgut und fand immer mehr Anhänger. Diese brachten den Tee auch mit in die Neue Welt, wo der Tee um 1760 auf dem dritten Platz der importierten Handelsgüter stand. Diese Tatsache nahm die britische Regierung zum Anlass, Tee in den Kolonien mit hohen Steuern zu belegen, um das Finanzloch, das der siebenjährige Krieg gerissen hatte, zu stopfen. Diese Steuern verursachten im ganzen Land Proteste und wütendes Aufbegehren. Obwohl die Steuern bald darauf wieder drastisch gesenkt wurden, war es schon zu spät: Am 16. Dezember 1773 verkleideten sich Mitglieder der Freimaurerloge Saint Andrew in Boston als Mohikaner, enterten die im Hafen liegenden Schiffe der East India Company und warfen 342 Kisten Tee über Bord. Diese ‘Boston Tea Party’ gilt als Auftakt zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

    Im 19. Jahrhundert wurde Tee verstärkt in Indien angebaut. Dadurch verlor China seine herausragende Stellung im Teeanbau. Nachdem das Teeimport-Monopol der East India Company 1834 fiel, erwuchs der britischen Schifffahrt v.a. aus Amerika starke Konkurrenz. Dieser versuchte man mit schnellen Segelschiffen mit großer Ladefläche entgegenzutreten. Diese Teeclipper, darunter die auch heute noch erhaltene ‘Cutty Sark’, beherrschten 50 Jahre lang die Weltmeere bis 1869 der Suezkanal eröffnet wurde, welcher die Tee-Route um 7000 km verkürzte und nun auch Dampfschiffen die Gelegenheit gab, nach Südost-Asien zu fahren, da es nun genügend Gelegenheiten gab, Kohle aufzunehmen.

    Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte Tee noch einmal einen besonderen Boom. Tanztee-Veranstaltungen in sog. ‘Tea Houses’ bei denen der neu nach Europa gekommene argentinische Tango getanzt wurde, waren der Renner bei der feinen Gesellschaft der wilden zwanziger Jahre.

    Heutzutage ist Tee das populärste Getränk der Erde mit einer jährlichen Weltproduktion von 2,9 Mio. t Tee.

  • 21.11.11 - 10:24 Uhr

    von: trinidi

    @ladymaya123: Wow! Vielen Dank für die tollen Infos rund um die Enstehung und Verbreitung des Tees als Getränk. Wirklich spannend!

  • 21.11.11 - 10:46 Uhr

    von: Equites

    Online Reporter

    Habe zu diesem Thema mal ein Paar Zitate und Weisheiten zusammengesucht aus dem Internet. Auf meinem Blog!

    http://equites.jimdo.com/

  • 21.11.11 - 10:58 Uhr

    von: trinidi

    @Equites: Das ist wirklich eine schöne Sammlung von “Tee-Weisheiten”. Mir persönlich gefällt diese auf Deinem Blog sehr gut: “Hoffnung ist wie der Zucker im Tee: Auch wenn sie klein ist, versüßt sie alles.”
    Chinesische Weisheit